Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Wehrunterricht

1978 wurde in der DDR der »Wehrunterricht« als Pflichtfach für die Klassen neun und zehn an den allgemeinbildenden polytechnischen Oberschulen eingeführt. Den politisch Verantwortlichen reichte es nicht mehr aus, wie die SchülerInnen in den traditionellen Schulfächern ideologisch und praktisch mit dem Militär konfrontiert wurden.
Mit der Einführung des Wehrunterrichts erhoffte man sich u.a. eine Steigerung der »Wehrbereitschaft « und der »Wehrfähigkeit« der SchülerInnen. Das neue Schulfach beinhaltete neben Unterrichtseinheiten in der Schule auch den Aufenthalt in einem Wehrlager und das praktische Einüben von Formen der Zivilverteidigung. Für die Durchführung des Wehrunterrichts wurden Lehrer (in der Regel Reserveoffiziere) ausgewählt und als »Ausbildungsleiter für Wehrunterricht« eingesetzt. Der Wehrunterricht sollte »unter persönlicher Anleitung und Kontrolle der Bezirksund Kreisschulräte sowie der Direktoren der Oberschulen« erfolgen.
Eine enge Zusammenarbeit mit Organisationen wie der FDJ und der GST (s. Teil B.2) war vor allem bei der Lager- und Zivilverteidigungsausbildung notwendig und gewünscht.
Die Einführung dieses Unterrichtsfaches hat nicht nur in der DDR, sondern auch in der Bundesrepublik heftige Kritik ausgelöst (s. Teil B.5) und stand lange Zeit im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen um die vormilitärische Erziehung in der DDR.

Hier können sie das Kapitel herunterladen:

B4_Wehrunterricht

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