Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.

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Mit Verstand und Gefühl für den Frieden - Einige Überlegungen zur Kunstpädagogik als Friedenserziehung

Jochen Krautz

Jochen Krautz: Mit Verstand und Gefühl für den Frieden. Einige Überlegungen zur Kunstpädagogik als Friedenserziehung. In: BÖKWE - Fachblatt des Bundes Österreichischer Kunst - und Werkerzieher, 1/2004, S. 4-8.

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Der Irak-Krieg im Jahr 2003 hat für viele Lehrer, so auch für Kunsterzieher erneut die Frage aufgeworfen, ob und wie über die vielen spontanen Reaktionen auf den Krieg hinaus Unterricht – und hier also Kunstunterricht – zu einer Erziehung zum Frieden beitragen kann.

Konzepte zur Friedenserziehung erlebten in den 80er Jahren eine Hochzeit; nach dem Ende des Kalten Krieges schien die Kriegsgefahr gebannt. Nun jedoch kehrt der Krieg als Mittel weltweiter Machtpolitik zurück, Friede und gewaltfreie Konfliktlösung als oberste Grundsätze und Ziele des Völkerrechts werden über Bord geworfen. So stellt sich die Frage, wie wir als Pädagogen hierauf reagieren können, mit neuer Dringlichkeit. Hier scheint gerade unser Fach besondere Möglichkeiten zu bieten, Frieden als Leitidee und Wert im alltäglichen Unterrichtsgeschehen in der Themenwahl wie den Zielsetzungen zu berücksichtigen.
Sicherlich: Auch Kunstpädagogik als Friedenserziehung wird alleine nicht den nächsten Krieg verhindern, sie kann jedoch „langfristig dazu beitragen, dass solche Verhältnisse und Werte in der Gesellschaft dominieren, die zu einer um Frieden bemühten Politik führen.“ (Wintersteiner, in Nolz/ Popp, S. 70)

Dieser pädagogische Auftrag, zu Frieden, Gewaltlosigkeit und Verständigung zu erziehen, ist dabei in Verfassungen und internationalen Übereinkommen klar verankert. Frieden ist darin ein grundlegender Wert, an dem als Maßstab sich Erziehung und Unterricht orientieren sollen (z.B. die Programme der UNESCO).
Wie nun Kunstpädagogik in ihren verschiedenen Funktionen und Dimensionen zur Friedenserziehung beitragen kann, sei zunächst in einigen knappen Thesen formuliert. Hieran schließt sich ein Unterrichtsbeispiel aus der Zeit des Irak-Kriegs, an welchem einige dieser Aspekte konkretisiert und verdeutlicht werden können.

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