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„Kämpfen führt in die Sackgasse“ sagt Joe als einer, der sich mit Sackgassen auskennt. Die Hoffnung, die britische Armee mit Terror zu vertreiben, war eine Sackgasse. Jedes Grab eines Kombattanten war eine. Seine Gefängniszelle war eine. Joe ist 15, als er erlebt, wie britische Soldaten Tränengasschwaden in seine Straße schicken, mitten in der Nacht ins Haus eindringen und seine Eltern schlagen. Joe spioniert da bereits für die Irisch-Republikanische Armee. Mit 17 wird er Soldat. So nennt er das. Terrorist, sagen die Briten dazu. Als Polizisten in seinem Wagen Sprengstoff finden, wird der junge IRA-Kämpfer zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe kommt er frei: ein Mitzwanziger, voll von Rachegefühlen, eine lebende Bombe. Joe beginnt den ersten Mordanschlag zu planen. Heute kreisen seine Gedanken immer wieder um den Toten, der sein Leben verändert hat. Am 2. Mai 1980 wurde Richard Westmacott, ein in Belfast stationierter britischer Elitesoldat erschossen. Einer der drei Schützen ist Joe Doherty. „Wir waren alle verantwortlich“, sagt Joe heute und: „Es tut mir leid um jeden, der sterben Er ist in den Knast gewandert. Von dort wieder ausgebrochen.In die USA geflüchtet, wieder eingefangen worden. „Als ich im Gefängnis saß, schrieben meine Eltern, dass viele Kids an Straßenecken herumlungern, Drogen nehmen und Ärger machen. Da wusste ich, was ich machen will, wenn ich rauskomme,“ erzählt Joe.Die Jugendlichen auf beiden Seiten sind gefährdet, in die Szene der Paramilitärs abzudriften. Das will Joe verhindern helfen. Dafür schiebt er Überstunden. Als Sozialarbeiter will Joe Doherty seine Kids aus der Gewaltspirale lösen. Nicht durch fromme Reden, sondern durch praktische Hilfe: Computerkurse, zum Schwimmen mal raus aus dem Viertel, Bewerbungstrainings, Fußball mit den Jungs. Er holt sie von der Straße, und damit raus aus dem Wirkungskreis der Untergrundgruppen. Er arbeitet in der Sozialberatung und betreut einen Jugendclub. Dass Joe mit der Jugendarbeit auch für sich selber aus der Sackgasse gefunden hat, verleiht ihm hohes Ansehen. Das Leben von Peter Mc Guire, einem ehemaligen protestantischen Milizionär, der früher von Joe als Feind betrachtet wurde, hat einen vergleichbaren Lauf genommen. Beide sind sich bei einem „Peace-Counts-Forum“ in Berlin erstmals begegnet. „Vor fünf Jahren“, sagen beide heute, „hätten wir uns noch gegenseitig umgebracht“. Für die englische Reportage klicken Sie hier. |
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Seine Gedanken kreisen immer wieder um jeden Toten, der Joes Leben verändert hat. Er hieß Richard Westmacott, war ein in Belfast stationierter britischer Elite-Soldat. Am 5. Mai 1980 wurde der Captain, gerade 28 Jahre alt, erschossen. Einer der Schützen war Joe Doherty. „Wir waren alle verantwortlich, es tut mir leid um jeden, der sterben musste.“ Joe Doherty |
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