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Steps for Peace in Afghanistan

brinkmann_200.jpgDas Institut für Friedenspädagogik führt immer häufiger friedenspädagogische Maßnahmen in Krisen- und Kriegsregionen durch. Im Zentrum stehen die Aktivitäten im Rahmen des Projektes „Peace Counts on Tour“ mit bisherigen Aufenthalten in Sri Lanka (Februar 2007), Mazedonien (Oktober 2007), Cote d’Ivoire (Februar 2008) und Philippinen (Mai 2008).

Darüber hinaus ist das ift seit Frühjahr 2008 an der Entwicklung eines „Peacebuilding-Mastertrainings“ in Afghanistan beteiligt. Initiiert und durchgeführt wird das Projekt von Cornelia Brinkmann, die bereits im Jahr 2005 als Friedensfachkraft für den Deutschen Entwicklungsdienst in Afghanistan tätig war.

Afghanistan steht vor großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die allein mit militärischen Mitteln nicht zu bewältigen sind. Es müssen neben den laufenden Maßnahmen neue Wege gegangen werden, um das gesellschaftliche Potential an friedenswilligen Kräften stärker zu aktivieren.

Die Tätigkeit von Cornelia Brinkmann in Afghanistan im Jahr 2005 zielte auf die Entwicklung und Erprobung eines Workshopkonzeptes ab, um afghanische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Partnerorganisationen Afghanaid und Oxfam in Sachen Peacebuilding und Konfliktmanagement ausbilden zu können. Afghanaid und Oxfam sind britische Hilfsorganisationen, die seit mehr als zwanzig Jahren in Afghanistan tätig sind. Die afghanischen Kolleginnen und Kollegen sollten Informationen und Methodenwissen zur Vermittlung von Themen wie Bürgerrechte und Bürgerpflichten, guter Regierungsführung, Konfliktmanagement und Konfliktbearbeitung erhalten, um ihrerseits Kommunalverwaltungen, lokale Regierungen und andere Organisationen zu diesen Themen begleiten zu können. Sie sollten zudem lernen, wie sie selbst in ihrem Arbeitsumfeld bei Konflikten konstruktive Unterstützung leisten und gewaltfrei vermitteln können und diese Kenntnisse auch an andere Menschen weitergeben können. Eine Sondierung ergab, dass sich das Thema Governance bei den Zielgruppen schlecht verkaufen würde, da es nicht möglich war eine Übersetzung mit positiver Resonanz in Dari zu finden. Hingegen löste das Themenfeld Peacebuilding vielfältige positive Assoziationen aus und wurde daher als Fokus für die Trainings gewählt.

Die von Cornelia Brinkmann zu diesem Zweck konzipierten und durchgeführten Trainings fanden in der Provinz Badakhshan im Nordosten Afghanistans statt, der Einsatzregion von Afghanaid und Oxfam. Im Verlauf dieser Trainings entstand ein „Peacebuildung Manual“ („Steps for Peace. Working Manual for Peace Building and Conflict Management“) – in englischer Sprache und übersetzt ins Dari. Darüber hinaus wurden in Zusammenarbeit mit einem afghanischen Zeichner vier Poster für die Arbeit mit Analphabeten zur Vermittlung zentraler Themen wie „Frieden“, „Dimensionen von Gewalt“, „Stufen der Konflikteskalation“ und „Konfliktmanagement“ erarbeitet. Diese liegen in Dari und Pashto vor.

Die 2005 gesammelten Erfahrungen werden angesichts der anhaltend prekären Lage in Afghanistan erweitert und in ein „Peacebuilding Master-Trainung“ münden. Ein gemeinsam vom Institut für Friedenspädagogik und Cornelia Brinkmann beantragtes Projekt wurde vom Institut für Auslandsbeziehungen / Zivik bewilligt.

Eine Projektreise nach Afghanistan, im April 2008,  diente der Information internationaler Organisationen in Afghanistan über Ziele und Nutzen eines Peacebuilding Master-Trainings und damit verbunden eine Bedarfserhebung. Auf dieser Grundlage wird nun die detaillierte Konzeption eines Peacebuilding Master-Trainings entwickelt und die Durchführung des Trainings vorbereitet. Als Adressaten für das Training sind vor allem erfahrene afghanische Peacebuilding Trainerinnen und Trainer vorgesehen. Sie sollen befähigt werden, im Anschluss an ihre Ausbildung selbstständig langfristige Peacebuilding Trainings für lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter afghanischer und internationaler Organisationen durchzuführen.

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