Zur Vorbereitung der 185. Innenministerkonferenz am 7.12.2007 hat eine länderübergreifende Arbeitsgruppe eine Studie mit dem Titel „Entwicklung der Gewaltkriminalität junger Menschen mit einem Schwerpunkt auf städtischen Ballungsräumen“ erstellt. Diese Studie präsentiert den aktuellen Erkenntnisstand zur Jugendgewalt aus polizeilicher und kriminologischer Sicht.
Die Studie als PDF-Datei zum Download unter Punkt 16 der Materialien zur 186 Sitzung der Innenminister:Materialien zur 186. Sitzung der Innenminister
Das Fazit der Studie:„Es sind derzeit keine gesicherten Aussagen zu den Fragen möglich, ob die Jugendgewaltkriminalität in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg zeigt oder nicht und wie sich dieser Phänomenbereich zukünftig entwickeln wird. Die Hellfelddaten der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigen hier klar steigende Zahlen, sowohl bei den Fallzahlen wie bei den Tatverdächtigenzahlen. Der sich hier abbildende Anstieg der Kriminalität wird durch die überwiegende Einschätzung aus der polizeilichen Sachbearbeitungspraxis bestätigt, die tendenziell ebenfalls eher einen Anstieg erkennt. Es ist aber nicht sicher zu bewerten, ob die Einschätzung der Sachbearbeiter hier nicht eher die steigenden Vorgangszahlen nachvollzieht. Dem klaren Aussagegehalt der Polizeilichen Kriminalstatistik stehen die Erkenntnisse aus kriminologischen Forschungen, insbesondere Dunkelfeldforschungen entgegen. Sie erkennen zwar die steigenden Fall- und Tatverdächtigenzahlen im Hellfeld an. Aufgrund der Daten zu selbst berichteter Delinquenz und Opferwerdung kommen sie aber zu dem Schluss, es sei kein tatsächlicher Anstieg der Gewaltkriminalität junger Menschen, sondern eine vorrangig aufgrund steigender Anzeigebereitschaft zunehmende Aufhellung des Dunkelfeldes die Ursache für diese Zahlen.“ (…)
„Auch hinsichtlich der Schwere der Gewaltdelikte ist keine eindeutige Aussage möglich. (…)
Die Arbeitsgruppe hat festgestellt, dass in vielen Bereichen Informationen über den Bereich der Jugendgewaltkriminalität nur rudimentär vorliegen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik gibt derzeit lediglich einige Grundinformationen zu diesem Kriminalitätsfeld. Insbesondere Angaben zu den Tatorten, den Tatzeiten, den Tatmitteln, den Opfer-Tatverdächtigen-Beziehungen, zur Tatschwere, zu Intensivtätern, zu Tatverdächtigen mit Migrationshintergrund sind derzeit gar nicht oder nur aufgrund unterschiedlicher Erhebungen in einzelnen Ländern bzw. einzelner regionaler Auswertungen vorhanden.“
Bund-Länder-AG: „Entwicklung der Gewaltkriminalität junger Menschen mit einem Schwerpunkt auf städtischen Ballungsräumen. Bericht zur IMK-Herbstsitzung 2007. Berichtsstand 16. November 2007, S. 24 f.

