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Frieden ist machbar

ni_13ur006_200.jpgVon Michael Gleich

 

Von allen Friedensmachern haben mich zwei Mörder besonders berührt. Joe hatte als junger Mann für die katholische Untergrundarmee gekämpft, einen britischen Offizier erschossen und dafür 22 Jahre im Gefängnis gesessen. Peter stand lange als Terrorist auf der protestantischen Seite. Der Katholik und der Protestant hatten in Nordirland in einem Bürgerkrieg gefochten, bei dem alle nur verloren. Irgendwann kippte etwas in ihnen. Was Joe bei seiner Entlassung aus dem Knast sah, deprimierte ihn: Frustrierte Jugendliche ohne Chance auf Lehrstelle und Job, die aus purer Langeweile Kleinkriege in den armen Vierteln Belfasts anzettelten. Und Peter stieg aus, als er einen in Ungnade gefallenen Paramilitär der eigenen Gruppe erschießen sollte. Damals im Wald fragte er sich: „Was hat dieser Krieg aus mir gemacht?“ Er konnte nicht abdrücken.Unabhängig voneinander beschlossen Joe und Peter, friedlich weiterzukämpfen. Beiden drohte, als Verräter denunziert zu werden. Heute halten sie als Sozialarbeiter Jugendliche von den paramilitärischen Gruppen fern. Sie arbeiten hart für eine politische Lösung des Konflikts. An beiden beeindruckt nicht die Vom-Saulus-zum-Paulus-Geschichte. Sondern wie unbeirrt sie ihrer Vision folgen, dass Katholiken und Protestanten gleichberechtigt zusammenleben können. Und mit welch starken Willen sie mit Mitte vierzig ganz von vorn beginnen. Wo sich Vision und Wille paaren, wird vieles möglich. Sogar Frieden. Weiterlesen

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