Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. Blog

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Archiv für April 2008

Bücher aus dem Feuer

plakat_buecher.jpg„Bücher aus dem Feuer“ Lesung am 10. Mai 2008 

Am 10. Mai 2008 jährt sich zum 75. Mal der Tag, an dem die Nationalsozialisten in vielen deutschen Städten Bücher von Autorinnen und Autoren, die sie als Gegner ihrer Ideologie ansahen, verbrannten. Zur kritischen Erinnerung an diese Tat veranstaltet das Kulturamt an diesem Tag eine „Marathon-Lesung“ von 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends, bei der Tübingerinnen und Tübinger Texte aus damals verbrannten Büchern vorlesen. 

Zum Auftakt (10.00 Uhr) wird in der Stadtbücherei gelesen, danach (ab 14 Uhr) in der Burse, einem der ältesten Universitätsgebäude. Die Veranstaltung endet im Zimmertheater, wo ab 18 Uhr neben anderen Lesenden auch Schauspieler des Zimmertheaters Prosa und Lyrik verfolgter Autoren vortragen. Unter den Mitwirkenden werden u.a. Bundestags- und Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Tübingen sein, ebenso der Regierungspräsident und der Landrat. Vertreter der Universität, der Presse, der Verlage, der Buchhandlungen und der Kirchen sind ebenso beteiligt wie Mitglieder des Jugendgemeinderats oder Tübinger Autoren. Insgesamt werden über 40 Lesende aus Büchern und Textsammlungen vortragen, die von den Nationalsozialisten als „undeutsch“, „marxistisch“, „pazifistisch“ oder „jüdisch“ aus Büchereien - auch aus der Volksbibliothek Tübingen, der Vorgängerin der Stadtbücherei - ausgesondert wurden.

Für das Institut für Friedenspädagogik wird Peter Häußer um 11.15 Uhr in der Stadtbücherei Texte von Erich Kästner lesen.

Hier finden Sie das komplette Programm: programm_buecher_aus_dem_feuer.pdf

 

 

Friedenspädagogische Tagung am 18./19.11.2008

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Ankündigung der Tagung: Aufwachsen zwischen Unsicherheit und Hoffnung. Friedenspädagogische Analysen zur Gewalt und aktuelle Handlungsansätze. 18./19. November in München

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Studierende!

Wir möchten Sie herzlich einladen zu der friedenspädagogischen Tagung “Aufwachsen zwischen Unsicherheit und Hoffung”, die am 18./19. November 2008 im Ökologischen Bildungszentrum in München stattfindet.

Besonders Kinder und Jugendliche sind weltweit mit vielfältigen Unsicherheiten und Gefährdungen konfrontiert. Deren Ausmaß unterscheidet sich zwar graduell und substantiell, doch generell gilt: Kinder und Jugendliche wachsen in Gewaltverhältnissen auf. Sie sind vielfach Betroffene und Opfer von Gewalt(verhältnissen), aber häufig auch Akteure von Gewalthandlungen. Dies ist jedoch nur die eine Seite, denn Kinder und Jugendlichen sind mit ihren Hoffnungen und Zukunftserwartungen immer auch produktiv gestaltend tätig.

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Horst Eberhard Richter wird 85 Jahre

richter_cover_200.jpgAm 28. April wird Horst Eberhard Richter 85 Jahre alt. Das Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. gratuliert herzlich.

„Wir benötigen einen fundamentalen Bewusstseinswandel. Dieser kann nur aus einer Erneuerung, aus einer Reform von innen heraus kommen, aus einer Besinnung auf eine gemeinsame grenzenlose Wertewelt“, so Horst-Eberhard Richter in seinem auf dieser DVD dokumentierten Vortrag.

Video-DVD über Horst-Eberhard Richter Die vom ift herausgegebene Video-DVD enthält den Vortrag von Horst-Eberhard Richter „Ist die seelische Krankheit Friedlosigkeit heilbar?“, den er am 18.11.2007 im Landestheater Tübingen im Rahmen einer Veranstaltung des Instituts für Friedenspädagogik gehalten hat. Desweiteren ist ein Gespräch vom 5.12.2007, über seine Motivation für sein Engagement sowie seine Erfahrungen und Erkenntnisse aus seiner Arbeit für den Frieden dokumentiert. 

Horst-Eberhard Richter, Arzt, Psychoanalytiker, Psychotherpeut und Philosoph wurde 1923 in Berlin geboren. Nach Kriegsteilnahme und Kriegsgefangenschaft studierte er Medizin, Philosophie und Psychologie. 1962 übernahm er einen der ersten deutschen Lehrstühle für Psychosomatik in Gießen. Er arbeitete mit sozialen Randgruppen und beteiligte sich an Demonstrationen und Sitzblockaden. Als Mitbegründer der bundesdeutschen Sektion der „Ärzte für die Verhütung des  Atomkrieges“ ist Wissenschaft für ihn ein Instrument der Aufklärung das sich an humanistischen Kriterien messen lassen muss. Sein berufliches Werk und sein gesellschaftliches und politisches Engagement in der Friedens- und Ökologie-Bewegung haben die bundesdeutsche Diskussion nachhaltig beeinflusst. 

Im Geiste der Menschlichkeit

Konzeption und  Interview: Günther Gugel, Sprecherin: Katja Abt, Produktion: wingert-film. Tübingen 2008, DVD-Video, 120 Min. ISBN 978-3-932444-28-9 

 

 

Neu: Fußball für Entwicklung

fussball_titel_200.jpgUli Jäger: Fußball für Entwicklung. Wie durch Sport Globales Lernen, Fair Play und friedliches Zusammenleben gefördert werden kann. Herausgegeben von KICKFAIR e.V. und Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. Tübingen 2008, 160 S., 12,- Euro

ISBN 978-3-932444-27-2

Die Erwartungen an den Fußball sind hoch: „Fußball hat eine globale Sprache. Er kann soziale, kulturelle und religiöse Unterschiede überbrücken. Er stärkt die Persönlichkeitsentwicklung, lehrt uns Zusammenarbeit, baut das Selbstvertrauen auf und öffnet Türen für neue Möglichkeiten. Dies wiederum kann zum Wohlergehen von ganzen Gemeinschaften und Ländern beitragen.“ So haben es Kofi A. Annan, ehemaliger UN-Generalsekretär und Joseph Blatter, Präsident des Weltfußballverbandes FIFA  in einem Willkommensgruß für die Fußballweltmeisterschaft 2006 formuliert.

Die Publikation „Fußball für Entwicklung“ greift diese Erwartungshaltung auf und spürt den Dimensionen und Ambivalenzen des Fußballs nach. Dabei geht es um den Fußball als Ansatz für Gewaltprävention und Integration sowie als Maßnahme in der Entwicklungszusammenarbeit und bei der Friedensförderung. Thematisiert werden Lernorte für Globales Lernen wie Verein und Bolzplatz, Stadion und Bildschirm, Schule und interkulturelle Begegnung. Der Befund der Betrachtung ist eindeutig: Es bedarf sorgfältig entwickelter Lernarrangements, damit der Fußball seine gesamten Stärken und Potenziale zugunsten von Fair Play und friedlichem Zusammenleben entfalten kann. 

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Peace Boat Bericht 2007

Nachdem das Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen in
Zusammenarbeit mit dem Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.
bereits im Jahr 2005 das Pilotprojekt „Peace Boat Exkursion“ erfolgreich
erprobt hat, ist es gelungen, dieses Vorhaben als regelmäßigen
und festen Bestandteil in das Lehrprogramm des Master Studiengangs
„Friedensforschung/ Internationale Politik“ zu integrieren. Der Erfolg des
Pilotprojekts erklärt auch das große Interesse der Studierenden an der
diesjährigen Exkursion. Die Tübinger Gruppe setzte sich aus Politologen,
Islamwissenschaftlern, Friedens- und Konfliktforschern, Friedenspädagogen,
Historikern und Sinologen aus Deutschland, Frankreich, Griechenland, Taiwan,
den USA und Nicaragua zusammen und zeichnete sich somit durch ein hohes Maß
an Interdisziplinarität und ihren interkulturellen Charakter aus.
Die studentischen Teilnehmerinnen wurden von Sophia Benz und Alexander de
Juan (beide Dozenten am Institut für Politikwissenschaft der Universität
Tübingen), von Ana Mijic (Mitarbeiterin am Institut für Friedenspädagogik
Tübingen e.V.), sowie von Journalisten bzw. Photographen begleitet.
Die Peace Boat Exkursion 2007 fand vom 18.10.-2.11.2007 statt. In diesem
Zeitraum fuhr das Schiff von Jordanien über Ägypten, die Türkei,
Griechenland, Malta und Italien bis nach Spanien.

Der Abschlussbericht, Peace Boat Projekt und Exkursion 2007 als PDF-Datei.pdf

Neue DVD: Frieden fängt mit Kindern an

frommann_cover_dvd_200.jpgFrieden fängt mit Kindern an. DVD-Video, 68 Min. Konzeption und Interview: Günther Gugel, Musik: Kai Arend, www.mabon.de, Produktion: wingert-film. Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. 2008, 15,00 Euro

DVD-Video: ISBN 978-3-932444-29-6

Diese Video-DVD enthält ein Gespräch vom 7.2.2008 mit Anne Frommann über ihre prägenden Erfahrungen, ihr Engagement in der Heimerziehung und über Friedenspädagogik als Lebensthema (55 Min.). Ein eigener Abschnitt dokumentiert die Diskussion zwischen Anne Frommann und Christoph Wulf über Friedenserziehung, anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Instituts für Friedenspädagogik im Landestheater Tübingen (12 Min.).

Anne Frommann, Sozialpädagogin und Psychologin, wurde 1927 in Zittau geboren, erlebte dort Schulzeit, Krieg und Kriegsende und studierte nach dem Verlust dieser Heimat von 1946-1952 in Berlin und Freiburg Psychologie, Philosophie und Musik.

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Gemeinsam den Hass überwinden

moskovitz200.jpg Celia Eisele, Schwäbisches Tagblatt, 28.3.2008:

Der israelische Historiker Reuven Moskovitz stellte ein jüdisch-arabisches Friedensprojekt vor. Reuven Moskovitz möchte, dass die Menschen in Israel vergessen: den Hass aufeinander, das Misstrauen, die Angst. Nur dann können Juden und Palästinenser friedlich zusammenleben.

Reuven Moskovitz, Lehrer, Historiker und Friedensdorf-Gründer aus Israel, sprach in Tübingen.

„Wer in der Vergangenheit lebt, zerstört seine Zukunft.“ Das könnte das Motto des Dorfs sein, das Reuven Moskovitz vor rund 35 Jahren mitgründete. Der Träger des Aachener Friedenspreises von 2003 stellte am Mittwochabend im Georg-Zundel-Haus des Instituts für Friedenspädagogik das Projekt vor. Rund 80 Leute wollten das Dorf mit dem hebräisch-arabischen Namen Neve Shalom/Wahat al Salam, auf deutsch „Oase des Friedens“ kennenlernen. „Der Mensch hat die Freiheit zu entscheiden, wie er leben will“, davon ist der 1928 in Rumänien geborene und fließend deutsch sprechende Moskovitz überzeugt. Als das Friedensdorf gegründet worden ist, habe kaum jemand an seinen Erfolg geglaubt. In einem Land, in dem jeder fest davon überzeugt sei, dass nur der andere an der ständigen Gewalt schuld ist, sei Neve Shalom „wie eine Quadratur des Kreises“, sagt Moskovitz. Alle Projekte im Dorf, darunter eine bilinguale Grundschule und eine Bildungsstätte für arabische und jüdische Jugendliche und Erwachsene, haben das Ziel, Verständnis und Mitgefühl für andere Menschen zu wecken. Der Friedensaktivist verurteilt sowohl „den Widerstand der Palästinenser, den man Terrorismus nennt“ als auch die israelische Politik, die eine „systematische Friedensverweigerung“ sei. Er schlägt vor, den Jahrestag der Gründung Israels auch als Trauertag zu begehen, an dem Juden und Araber sich bei einander entschuldigen für das, was sie sich gegenseitig angetan haben.

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